Produktion


So wird ein Schuh daraus

Die verschiedenen Macharten von Schuhen

Die Machart bezeichnet die Konstruktionsweise eines Schuhs, oder genauer: die Art und Weise der Verbindung von Schuhschaft (Oberteil) und Sohle. Neben dem verwendeten Material gilt sie als Hauptkriterium für die Qualitätsbewertung eines Schuhs und entscheidet somit über den Preis und die Haltbarkeit eines Schuhs. Ander­er­seits entscheidet in anderen Fällen das Schuh­modell oder sein Verwendungszweck über die angezeigte Machart. Grundsätzlich wird zwisch­en genähten, direktangesohlten und AGO-Mach­arten unterschieden.

Neben der aufgeführten Macharten gibt es noch die holzgenagelte und die geschraubte Machart, die früher für stark beanspruchtes Schuhwerk eingesetzt wurden und heute als veraltet gelten.

Neben den einzelnen Macharten werden auch drei verschiedene Varianten differenziert:

  • Die Original-Machart, bei der die Bodenbefest­igung mit den Originalmaschinen, Werkzeugen und Materialien geschieht, wie es bei der Einführung dieser Machart vorgesehen war.
  • Die kombinierte Machart, bei der zumindest zwei verschiedene Macharten zur Sohlenbefestigung eingesetzt werden.
  • Die variierte Machart, bei der eine Original- oder kombinierte Machart mit anderen Werkzeugen und -stoffen ausgeführt wird.

So differenziert und diffizil dieses Thema ist, kommt es doch zu einem ganz einfachen Ergebnis: Mit rahmengenähten Herren­schuhen von Gordon & Bros. sind Sie immer auf der sicheren Seite, sowohl in Stil- als auch Qualitätsfragen.

Genähte Macharten

Bezeichnen handeingestochene und maschinengenähte Herstellungsweisen. Dazu zählen die

  • durchgenähte Machart (z. B. bei Loafern; auch die Blake- und die McKay-Machart)
  • rahmengenähte Machart (z. B. bei hochwertigen Herrenschuhen. Sind sie Handarbeit, finden sich die Begriffe „handrahmengenäht“ oder „handeingestochen“; „rahmengenäht“ oder „Goodyear-Welt“ weist auf die Verwendung des von Charles Goodyear jr. und Andreas Eppler entwickelte maschinelle Verfahren hin. Die Bezeichnung „rahmenvernäht“ hingegen soll meist nur eine hochwertige Verarbeitung vortäuschen.)
  • zwiegenähte Machart (z. B. bei genähten Berg-/Wanderschuhen)
  • Veldtschoen- Machart (typische für englische Country- und Bergschuhe)
  • Mokassin-Machart (nicht nur bei Mokassins, sondern auch z. B. bei durchgenähten Loafern)
  • flexibelgenähte Machart (z. B. bei Freizeitschuhen)
  • wendegenähte Machart (z. B. bei Hausschuhen)

Direkt angesohlte Macharten

Finden sich in erster Linie bei Sport- und niedrigpreisigen Halbschuhen. Dazu gehören die

  • anvulkanisierte Machart, die seit den 1940ern durch die Entwicklung thermoplastischer Kunststoffe gebräuchlich ist.
  • angespritzte Machart, die erst seit Mitte der 1950er mit Beginn wirklicher Massenproduktionen rentabel wurde. Für jede Schuhgröße müssen teure Formen hergestellt werden, die sich nur bei hohen Stückzahlen amortisieren. Diese machen dieses Produktionsverfahren zur kostengünstigsten Machart.

AGO-Macharten

Bezeichnet geklebte Produktionsverfahren. AGO selbst ist ein Akronym, das für „Another great opportunity“ steht. Tatsächlich bot der Klebstoff bei seiner Entdeckung 1911 „weitere große Gelegenheiten“ der Verbindung und der Zeitersparnis. Der Kleber jedoch wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts dahingehend perfektioniert, dass er keine unflexible oder bröckelnde Schicht darstellte.